Seiko

Seiko - Uhrando.deDie Seiko ist ein japanischer Uhrenkonzern, der Uhren mit Mechanik, Quarz, Solar, Kinetic und Spring Drive Werken herstellt.

1955 kam die erste automatische Seiko-Armbanduhr heraus. 1963 gestattete das Observatoire Cantonal de Neuchâtel in der Schweiz die Teilnahme Seikos am Uhrenwettbewerb. Vier Jahre lang arbeitete die Firma an der Entwicklung wettbewerbsfähiger Uhrwerke, und 1967 wurden zwei Seiko-Zeitmesser mit einem zweiten und dritten Platz ausgezeichnet. Seiko schickte Werke des Kalibers 45 nach Neuchâtel, die in den Serien Grand Seiko und King Seiko verwendet wurden. Diese Uhren wurden als Spezialuhren vermarktet, die eine Prüfung für „speziell kalibrierte Zeitmesser“ bestanden hatten. Sie wurden später Observatorium-Chronometer genannt, und diese Seiko-VFA-Uhren erreichten den zweiten und dritten Platz im Chronometer-Wettbewerb. Da der Wettbewerb in Neuchâtel danach eingestellt wurde, trat Seiko 1968 beim Wettbewerb in Genf an und belegte mit sieben Uhren unter den Top 10 den ersten Platz in der Gesamtwertung.

Am 25. Dezember 1969 brachte Seiko die erste Quarzarmbanduhr der Welt auf den Markt. Obwohl die Schweizer schon Prototypen vorgestellt hatten, vermarkteten sie ihre ersten Quarzuhren erst 1970. Die erste Quarzarmbanduhr der Welt hieß Astron. Ihr in Eigenproduktion hergestellter Stimmgabel-Quarzoszillator hatte eine Frequenz von 8.192 Oszillationen pro Sekunde (Hz) und sollte auf fünf Sekunden pro Tag genau gehen. Die Astron wurde in einer limitierten Auflage von 100 Stück hergestellt und kostete 450.000 Yen – was damals ungefähr dem Preis eines Toyota Corolla entsprach. Seit 1972 produzierte Seiko in Großserie und bemühte sich um ständige Innovationen für höherwertige Quarzuhren.

Der Seiko AutomaticChronograph Ref. 6139 mit gelbem Zifferblatt, die sogenannte „Pogue Seiko“ (siehe Bild am Beginn des Artikels rechts oben), wurde von William R. Pogue, der von 16. November 1973 bis 8. Februar 1974 Pilot der Skylab 4-Mission war, als erster Automatik-Chronograph auf seinem Flug im Weltraum getragen.[1][2]

Ab den frühen 1970er Jahren dachten Seikos Ingenieure an die Möglichkeit, die energetische Wirksamkeit mechanischer und automatischer Uhren mit der Genauigkeit von Quarzuhren zu kombinieren. So wurde 1988 das Automatic Generating System (AGS bzw. A.G.S.), später als Kinetic System bezeichnet, mit einem eingebauten Generator vorgestellt, der durch die Armbewegung ähnlich einer mechanischen Automatikuhr Strom erzeugt.[5] Das innovative Auto Relay System führt dazu, dass die Quarzuhr beim Nichttragen zwecks maximalen Stromsparens stehen bleibt und sich erst bei einer Bewegung automatisch auf die aktuelle Zeit und Datum einstellt. Damit kann die Gangreserve von sechs Monaten beim herkömmlichen Kinetic System auf vier Jahre gesteigert werden.

Seit Kinetic-Uhren eingeführt wurden, hat Seiko eine weitere neue Technologie entwickelt. Sie heißt Spring Drive und ersetzt das schwächste Teil eines traditionellen mechanischen Gehwerks, die Hemmung, durch eine Technologie, die es möglich macht, den Ablauf eines mechanischen Gehwerks durch Quarztechnologie zu regeln. So wird die alte und neue Technologie kombiniert und der Batterieaustausch überflüssig. 1999 kam die erste Uhr mit Spring Drive-Technologie auf den Markt.

Die preiswerteren und modischeren Zweitmarken von Seiko sind Pulsar (seit 1977) und Lorus. Unter dem Markennamen Grand Seiko wurden 1960 bis 1974 hochwertige und teure mechanische Uhren produziert. Aufgrund der Quarzkrise wurde die Abteilung für mechanische Uhren Grand Seiko jedoch 1975 geschlossen. Mechanische Uhren wurden ab dem Jahr 1998 wieder hergestellt. Im deutschen Sprachraum sind Grand Seiko Uhren seit 2010 erhältlich. Das Unternehmen hatte schon die Super– und Marvel-Kollektionen produziert sowie die Modelle Cronos, Crown und Lord Marvel.

Seiko produzierte 1913 zum ersten Mal mechanische Uhren. Dabei werden die Zeiger durch eine komplexe Mechanik bewegt, die von einer aufgezogenen Feder angetrieben wird.

In Seikos mechanischen Uhren ist die Uhrenfeder aus Spron510 gefertigt, eine Eigenproduktion Seikos. Diese KobaltNickelChromMolybdänLegierung ist antimagnetisch, soll über eine hohe Elastizität sowie hohe mechanische Belastbarkeit verfügen und eine lange Gangreserve gewährleisten.

Mechanische Uhrwerke können über eine Vielzahl zusätzlicher Funktionen und Ausstattungen verfügen. Am populärsten sind wohl mechanische Chronographen. Typisches Merkmal hochwertiger mechanischer Chronographen ist die Ausstattung mit Kolonnenrad und vertikaler Kupplung, die seit 1969 in mechanischen Seiko-Chronographen eingebaut wird. Die vertikale Kupplung gewährleistet die präzise Arbeit des Chronographen und das Kolonnenrad sorgt bei der Schaltung für maximale Zuverlässigkeit und Stabilität. Durch die vertikale Kupplung springt der Sekundenzeiger des Chronographen nicht, wenn er gestartet wird. Zusätzlich stattet Seiko seit 2008 seine hochwertigen mechanischen Chronographen mit einer 3-Punkt-Herzhebel-Nullstellung aus. Diese ermöglicht die sofortige, synchrone Rückstellung der drei Chronographenzeiger.

1969 entwickelte Seiko drei für Quarzuhren wichtige Bauteile: Einen neuartigen Schwingquarz, einen erstmaligen Typ des offenen Schrittmotors und einen Mikrochip, der die Uhr steuert. In Anerkennung für die Entwicklung dieser Weltneuheit wurde die Firma 2004 mit dem Milestone Award der IEEE ausgezeichnet. Der von Seiko entwickelte Quarzoszillator ist heute Standard in der Industrie.

Während in mechanischen Uhren die Unruh die Mechanik antreibt und dadurch die Zeiger im Takt weiterbewegen lässt, wird in einer Quarzuhr alles elektronisch gesteuert. Ein spezieller Quarzkristall wird durch Anlegen einer elektrischen Spannung zum Schwingen angeregt, was von einer Elektronik ausgewertet wird. Diese steuert Schrittmotoren, die die Zeiger antreiben.

Ab den späten 1970er-Jahren wurde durch eine zweite Quarzoszillatoreinheit mit Temperaturkompensation die Ganggenauigkeit des üblichen Quarzoszillators ständig verglichen, Zeitabweichungen wurden automatisch korrigiert (Seiko Twin Quartz). Die von Seiko für diese Uhren angegeben Zeitabweichungen lagen bei 5 bis 15 Sekunden pro Jahr.

Eine Kinetic-Uhr ist die Kombination aus einer Automatikuhr und einer Quarzuhr. Hierbei wird die durch einen Rotor gewonnene kinetische Energie durch einen Generator in elektrische Energie umgewandelt, wodurch stets ein Kondensator oder seit einigen Jahren auch ein Lithium-Ionen-Akkumulator in der Uhr aufgeladen wird. Dieser versorgt – ähnlich wie eine Batterie – die Quarzuhr mit elektrischem Strom. Die frühen Modelle der Seiko Kinetic-Uhren wurden als Seiko Quartz A.G.S. (Automatic Generating System) bezeichnet.

Eine Weiterentwicklung der Kinetic-Technologie ist das Auto Relay System. Wird die Kinetic-Auto-Relay-Uhr länger als 24 Stunden nicht getragen, schaltet sie automatisch in den Schlaf-Modus. Obwohl die Uhr schläft und die Zeiger stillstehen, misst die Uhr bis zu vier Jahre lang die Zeit. Sobald sie wieder angelegt wird, bewegen sich die Zeiger automatisch zur korrekten Zeitanzeige. Damit kann die Gangreserve von sechs Monaten beim herkömmlichen Kinetic System auf vier Jahre verlängert werden.

Aufgrund der hohen Umweltverträglichkeit zeichneten die Verantwortlichen des Blauen Engel Seikos Kinetic-Technologie 1989 als umweltschonend aus.

Das Spring Drive ist eine Hemmung mit einem neuartigen Regulierungssystem, das sowohl mechanisch als auch elektrisch arbeitet. Die Grundidee dieser Technologie stammt vom Seiko-Epson-Ingenieur Yoshikazu Akahane aus dem Jahr 1973. 1999 war die Technologie marktreif. Seiko entwickelte einen neuen Microchip, der eine Leistungsaufnahme von 25 Nanowatt hatte. Dies entspricht nur einem Tausendstel der Leistungsaufnahme der ersten Quarzuhr.

Die Spring-Drive-Werke verfügen über eine Quarzeinheit sowie ein Räderwerk mit Automatikaufzug und Zugfeder. Wie bei jeder mechanischen Uhr gibt die Zugfeder ihre Energie an das Räderwerk weiter. Aber anstatt einer Unruh wird nun ein Gleitrad angetrieben, dessen Geschwindigkeit durch eine Elektronik reguliert wird. Hierbei wird die aktuelle Geschwindigkeit des Gleitrades gemessen und mit dem Takt eines Quarzkristalles verglichen, ggf. wird das Gleitrad anschließend nach dem Prinzip einer Wirbelstrombremse abgebremst.

Dass sich der Sekundenzeiger fließend bewegt, liegt am steten Bremsen des Gleitrades durch einen Elektromagneten. Das Räderwerk läuft so kontinuierlich weiter und wird nicht ruckartig gebremst, was die Reibung, die bei mechanischen Uhren Verschleiß auslöst, deutlich verringert.

Anders als bei einer traditionellen mechanischen Uhr läuft das Spring-Drive-Werk mit der Genauigkeit einer Quarzuhr; anders als bei einer Quarzuhr ist die Drehung seines Sekundenzeigers auf dem Zifferblatt eine vollkommen gleichmäßige Bewegung und soll den immerwährenden Fluss der Zeit widerspiegeln. Wenn die Uhr ganz aufgezogen wird, läuft sie 72 Stunden lang mit einer Genauigkeit von ±15 Sekunden pro Monat.

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Quelle: Wikipedia

 

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